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Prävalenz



Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas hat in Deutschland und weltweit in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen.

Die KiGGS Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland durchgeführt vom Robert-Koch-Institut in Deutschland liefert wichtige Informationen zur gesundheitlichen Lage im Kindes- und Jugendalter. Darunter sind auch Daten zur Häufigkeit von Übergewicht/Adipositas. Rund 15 % der untersuchten Kinder und Jugendlichen waren übergewichtig (nach der Definition der AGA), 6,3 % davon waren adipös.
Detaillierte Ergebnisse finden Sie unter: www.KiGGS.de

Die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas bei Deutschen Kindern zum Zeitpunkt der Einschulung unterscheidet sich etwas im Vergleich zwischen den Bundesländern. Interessant ist auch die Prävalenzentwicklung verschiedener Altersgruppen zwischen 2003/4 und 2005/6 in Nordrheinwestfalen. Die Prävalenz im Schulkind- und im Jugendalter stieg leicht an, während sie bei der Einschulung unverändert blieb. Moss A, Wabitsch M, Kromeyer-Hauschild K, Reinehr T, Kurth BM (2007) Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz 50: 1424-1431

Altersabhängigkeit des Zeittrends und der aktuellen Prävalenz



Mit zunehmendem Alter wird ein Anstieg der Prävalenzraten beobachtet. Der Anteil der Übergewichtigen steigt von 9% Betroffener in der Altersgruppe der 3- bis 6-Jährigen über 15% bei den 7- bis 10-Jährigen bis hin zu 17% bei den 14- bis 17-Jährigen. Die gleiche Verteilung lässt sich für die Adipositas feststellen mit 2,9% Betroffener in der Altersgruppe der 3- bis 6-Jährigen, 6,4% bei den 7- bis 10-Jährigen und 8,5% bei den 14- bis 17-Jährigen.

Zwischen den aus verschiedenen Studien aus den Jahren 1985-1999 erstellten BMI Perzentilen der AGA (Kromeyer Hauschild 2001) und den in den Jahren 2003-2006 erhobenen KiGGS BMI Perzentilen ist bei beiden Geschlechtern eine Verschiebung hin zu höheren BMI-Werten zu sehen. Dabei ist die Verschiebung um so stärker, desto höher die Perzentile ist (schlanke bleiben schlank, adipöse werden adipöser). Während der BMI von Vorschulkindern bis zur Einschulung konstant geblieben ist, hat sich der BMI mit zunehmendem Alter stärker nach oben verschoben.

Abb.2 (nach Kurth & Schaffrath-Rosario 2007)

Sozioökonomische Schicht der Eltern



Eine Analyse der Daten aus dem Kinder- und Jugendsurvey (KiGGS) durch Bärbel Kurth et al. "Gibt es eine gesundheitliche Benachteiligung von Kindern?" hat ergeben, das Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus in Deutschland weitaus häufiger von Adipositas betroffen sind als Kinder aus sozial höher gestellten Familien. In der Gruppe der 14 bis 17-Jährigen liegt die Häufigkeit von Adipositas bei der Gruppe aus sozial benachteiligten Familien mit 14 Prozent fast dreimal so hoch wie in Familien mit hohem Sozialstatus. 

Migrationshintergrund



Das RKI hat die Daten der KiGGS Studie in einem gesonderten Bericht zur Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen mit Migrantionshintergrund in Deutschland auch zum Frage der Prävalenz der Adipositas bei Migranten analysiert.

Kinder und Jugendliche mit beidseitigem Migrationshintergrund sind überproportional häufig von Übergewicht betroffen. Allerdings trifft dies nicht für alle Migrantengruppen gleichermaßen zu. Am häufigsten sind Mädchen und Jungen aus der Türkei, Mädchen aus Mittel- und Südeuropa sowie Jungen aus Polen übergewichtig. Im Jugendalter scheint der Migrationshintergrund an Einfluss zu verlieren.

Potenzielle Risikofaktoren wie Übergewicht der Eltern und hoher Medienkonsum bzw. geringe körperliche Aktivität als Ausdruck eines inaktiveren Lebensstils sind bei Kindern mit Migrationshintergrund häufiger als bei Nicht-Migranten/innen.

Literatur



Olds T, Maher C, Zumin S, Péneau S, Lioret S, Castetbon K, Bellisle, de Wilde J, Hohepa M, Maddison R, Lissner L, Sjöberg A, Zimmermann M, Aeberli I, Ogden C, Flegal K, Summerbell C. Evidence that the prevalence of childhood overweight is plateauing: data from nine countries. Int J Pediatr Obes. 2011 Oct;6(5-6):342-60. Epub 2011 Aug 12. Review.

Wabitsch M, Tews D, Denzer C, Moss A, Lennerz B, von Schnurbein J, Fischer-Posovszky P. “Obesity and Weight Regulation”. In: Ong K., Hochberg Z. (eds): Yearbook of Pediatric Endocrinology 2012. Endorsed by the European Society for Paediatric Endocrinology (ESPE). Basel, Karger, 2012, pp153-173

Kurth BM, Schaffrath Rosario A. [The prevalence of overweight and obese children and adolescents living in Germany. Results of the German Health Interview and Examination Survey for Children and Adolescents (KiGGS)]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2007 May-Jun;50(5-6):736-43. German.

Moss A, Klenk J, Simon K, Thaiss H, Reinehr T, Wabitsch M. Declining prevalence rates for overweight and obesity in German children starting school. Eur J Pediatr. 2012 Feb;171(2):289-99. Epub 2011 Jul 13.

Blüher S, Meigen C, Gausche R, Keller E, Pfäffle R, Sabin M, Werther G, Odeh R, Kiess W. Age-specific stabilization in obesity prevalence in German children: a cross-sectional study from 1999 to 2008. Int J Pediatr Obes. 2011 Jun;6(2-2):e199-206. Epub 2010 Nov 23.

Moss A, Wabitsch M, Kromeyer-Hauschild K, Reinehr T, Kurth BM. [Prevalence of overweight and adiposity in German school children]. Bundesgesundheitsblatt Gesundheitsforschung Gesundheitsschutz. 2007 Nov;50(11):1424-31. German.

INFORMATIONEN

21.06.2013
Evidenzbasierte Leitlinie (S3)
Endokrinologische Nachsorge nach onkologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter [mehr]

14.05.2013
Abstracts Service [mehr]

24.02.2012
Stellungnahme zu bariatrisch-chirurgischen Maßnahmen bei Jugendlichen mit extremer Adipositas [mehr]



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