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Bewegungstherapie



B
Körperliches Training sollte Teil eines multidisziplinären Programms zur Behandlung der Adipositas im Kindesalter sein und durch Maßnahmen zur Ernährungs- und Verhaltenstherapie ergänzt werden [EK IV].

B
Primäre Ziele der Bewegungstherapie sind: die Verringerung der körperlichen Inaktivität (z.B. Medienkonsum, TV/Computer), die Steigerung der Alltagsaktivität und die Anleitung zum körperlichen Training [EK IV].

B
Die Steigerung der körperlichen Bewegung im Alltag soll primäres Ziel einer Bewegungstherapie sein. Sie ist langfristig effektiver bezüglich der Gewichtsreduktion als die Teilnahme an zeitlich limitierten Sportprogrammen [EK Ib].

B
Die körperliche Aktivität sollte an den Grad der Adipositas angepasst und geschlechtsspezifisch gestaltet werden [EK Ib].

B
Maßnahmen zur Steigerung der körperlichen Aktivität sollten durch das soziale Umfeld unterstützt werden (z.B. positives Feedback). Die Unterstützung durch Eltern, Mitschüler und Lehrer kann zu anhaltenden positiven Effekten der Bewegungstherapie beitragen [EK Ib].

O
Die Steigerung der körperlichen Aktivität sollte im Gruppensetting erfolgen, da hier neben der körperlichen Aktivität gleichzeitig die Motivation gestärkt wird [EK IV].

O
In praktischen Schulungseinheiten sollte vordergründig kein sportlicher Leistungsanspruch bestehen [EK IV].

O
Eine zusätzliche theoretische Wissensvermittlung zu Wirkung und Nutzen körperlicher Aktivität sollte nach Möglichkeit auch in Elternschulungen stattfinden [EK IV].

Für eine detaillierte Darstellung wird auf die aktuelle S2 Leitlinie und S3 Leitlinie verwiesen.


Zur Systematik von Evidenzklassen und Empfehlungsgrad siehe Tabelle 1 und 2.


Tabelle 1: Bewertung der publizierten Literatur gemäß der wissenschaftlichen Aussagekraft nach Evidenzklassen und Gewichtung in Empfehlungsgrade (modifiziert nach SIGN (1999)

IaEvidenz aufgrund von Metaanalysen randomisierter, kontrollierter Studien
IbEvidenz aufgrund mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie
IIaEvidenz aufgrund mindestens einer gut angelegten, kontrollierten Studie ohne Randomisierung
IIbEvidenz aufgrund mindestens einer gut angelegten, nicht-randomisierten und nicht-kontrollierten klinischen Studie
IIIEvidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller, deskriptiver Studien, wie z.B. Vergleichsstudien, Korrelationsstudien und Fall-Kontroll-Studien
IVEvidenz aufgrund von Berichten der Experten-Ausschüsse oder Expertenmeinungen und/oder klinischer Erfahrung anerkannter Authoritäten


Tabelle 2: Graduierung der Empfehlungen


EmpfehlungsgradBeschreibung
Astarke Empfehlung
BEmpfehlung
Ooffen

INFORMATIONEN

21.06.2013
Evidenzbasierte Leitlinie (S3)
Endokrinologische Nachsorge nach onkologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter [mehr]

14.05.2013
Abstracts Service [mehr]

24.02.2012
Stellungnahme zu bariatrisch-chirurgischen Maßnahmen bei Jugendlichen mit extremer Adipositas [mehr]



BMI Rechner f�r Kinder und Jugendliche