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Ernährungstherapie



B
Eine alleinige Ernährungstherapie hat nur geringe Langzeiteffekte im Bezug auf den Gewichtsstatus. Sie sollte deshalb immer in Kombination mit anderen Therapiebausteinen (Steigerung der körperlichen Aktivität, Verhaltenstherapie) durchgeführt werden [EK IIa].

B
Bei der Ernährungsumstellung sollte die Familie mit einbezogen werden, da dies die Langzeitcompliance der Patienten fördert [EK IIa].

B
Durch eine Ernährungstherapie kann die Lebensmittelauswahl günstig beeinflusst werden. Sie kann zu einer Steigerung der Obst- und Gemüseaufnahme sowie zur Reduktion des Verzehrs fett- und zuckerhaltiger Lebensmitteln führen. Sie kann insbesondere auch zur Änderung der Getränkeauswahl zugunsten von Wasser beitragen [EK IIa]. Daher ist eine Ernährungstherapie grundsätzlich Bestandteil einer Adipositasbehandlung bei Kindern und Jugendlichen.

Diäten
O
Balancierte Kostformen mit sehr niedriger Energiezufuhr (Gesamtenergie 800 bis 1200 kcal/Tag, z.B. als Formuladiät oder proteinsparendes modifiziertes Fasten) ermöglichen einen starken Gewichtsverlust in einem kurzen Zeitraum, haben jedoch keinen langfristigen Effekt. Solche Maßnahmen können für spezielle Indikationen unter intensiver Betreuung durch Experten eingesetzt werden [EK IIb].

B
Starre Diätpläne oder Kostformen mit extremen Nährstoffrelationen (z.B. einseitige Gewichtsreduktionsdiäten, totales Fasten, „Heilfasten“, Schrothkur, Mayr-Kur, Ananasdiät etc.) sollten wegen potentieller medizinischer Risiken und fehlendem Langzeiterfolg nicht in der Behandlung adipöser Kinder und Jugendlicher angewandt werden [EK IV].

Für eine detaillierte Darstellung wird auf die aktuelle S2 Leitlinie und S3 Leitlinie verwiesen.


Zur Systematik von Evidenzklassen und Empfehlungsgrad siehe Tabelle 1 und 2.


Tabelle 1: Bewertung der publizierten Literatur gemäß der wissenschaftlichen Aussagekraft nach Evidenzklassen und Gewichtung in Empfehlungsgrade (modifiziert nach SIGN (1999)

IaEvidenz aufgrund von Metaanalysen randomisierter, kontrollierter Studien
IbEvidenz aufgrund mindestens einer randomisierten, kontrollierten Studie
IIaEvidenz aufgrund mindestens einer gut angelegten, kontrollierten Studie ohne Randomisierung
IIbEvidenz aufgrund mindestens einer gut angelegten, nicht-randomisierten und nicht-kontrollierten klinischen Studie
IIIEvidenz aufgrund gut angelegter, nicht-experimenteller, deskriptiver Studien, wie z.B. Vergleichsstudien, Korrelationsstudien und Fall-Kontroll-Studien
IVEvidenz aufgrund von Berichten der Experten-Ausschüsse oder Expertenmeinungen und/oder klinischer Erfahrung anerkannter Authoritäten


Tabelle 2: Graduierung der Empfehlungen


EmpfehlungsgradBeschreibung
Astarke Empfehlung
BEmpfehlung
Ooffen

INFORMATIONEN

21.06.2013
Evidenzbasierte Leitlinie (S3)
Endokrinologische Nachsorge nach onkologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter [mehr]

14.05.2013
Abstracts Service [mehr]

24.02.2012
Stellungnahme zu bariatrisch-chirurgischen Maßnahmen bei Jugendlichen mit extremer Adipositas [mehr]



BMI Rechner f�r Kinder und Jugendliche