Logo AGA

Arbeits-
gemeinschaft der

Deutsche Adipositas-Gesellschaft e.V.

Kompetenznetz

Kompetenznetz Adipositas

Fachorgane

Schattauer

Obesity Facts

Kooperations-
partner

Plattform Ernährung und Bewegung

EAROC


Links

weitere Links

Präventions-AG der AGA



Über uns

Vergleichende Studien zeigen, dass die Zahl übergewichtiger und adipöser Kinder und Jugendlicher in Deutschland ansteigt. Kinder mit Übergewicht tragen ein hohes gesundheitliches Risiko, z. B. für Diabetes, Bluthochdruck, Herzerkrankungen, vorzeitigen Gelenkverschleiß und psychosoziale Belastungen. Angesichts dieser Entwicklungen und deren Folgen für den Einzelnen, die Gesellschaft und das Gesundheitssystem besteht dringender Bedarf an effektiven Maßnahmen zur Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter.

Das Bundeskabinett hat am 17. Dezember 2014 den Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz) beschlossen (http://www.bundesgesundheitsministerium.de/index.php?id=23389)

In einer Stellungnahme dazu hat Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe dargelegt: "Es geht darum, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie überhaupt entstehen. Das gilt für jeden Einzelnen, ist aber genauso ein Anspruch an all diejenigen, die für die Gesundheit anderer mit Verantwortung tragen – in Kitas, Schulen, am Arbeitsplatz oder im Pflegeheim. Ziel muss sein, die Umgebung, in der wir leben, lernen und arbeiten, so zu gestalten, dass sie die Gesundheit unterstützt...“

„Das Präventionsgesetz verbessert die Grundlagen dafür, dass Prävention und Gesundheitsförderung in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen als gemeinsame Aufgabe der Sozialversicherungsträger und der Akteure in Ländern und Kommunen gestaltet werden.“ (http://www.bundesgesundheitsministerium.de/index.php?id=23389)

Folgende Schwerpunkte hat das Präventionsgesetz u.a. zum Inhalt:

  • zielgerichtete Zusammenarbeit der Präventionsakteure: gesetzliche Krankenversicherungen, gesetzliche Rentenversicherungen, gesetzliche Unfallversicherung sowie die Soziale Pflegeversicherung erhalten erstmals eine gemeinsame Präventionsaufgabe

  • Nationale Präventionskonferenz: Definition gemeinsamer Ziele und Verständigung auf ein gemeinsames Vorgehen

  • Leistungen der Krankenkassen zur Prävention und Gesundheitsförderung sollen mehr als verdoppelt werden (Ausgabenrichtwert wird von derzeit 3,09 Euro auf 7 Euro angehoben; somit investieren die Krankenkassen künftig jährlich mindestens rund 490 Millionen Euro in Leistungen zur Gesundheitsförderung und Prävention)

  • Zukünftig stehen insgesamt jährlich etwa 511 Millionen Euro der Kranken- und Pflegekassen für primärpräventive und gesundheitsfördernde Leistungen bereit

  • Weiterentwicklung der Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu präventionsorientierten Gesundheitsuntersuchungen. Besondere Beachtung individueller Belastungen und Risikofaktoren

Die Präventions-AG unserer Fachgesellschaft wurde im Mai 2005 im Rahmen der Jahrestagung der Konsensusgruppe Adipositasschulung in Göttingen von Dagmar L'Allemand und Christine Graf ins Leben gerufen. Im November 2005 erfolgte die Integration der AG ‚Prävention’ in die Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA).

Seit 2014 wird die Arbeitsgruppe von Susann Blüher (Leipzig) und Benjamin Koch (Bremen) fortgeführt und tagt mindestens einmal jährlich als offene Veranstaltung im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, um die jeweiligen Ergebnisse zu präsentieren, diskutieren und neue Impulse zu erhalten. Die Arbeitsgruppe versteht sich als Schnittstelle zwischen Anwendern und Wissenschaftlern und setzt sich zusammen aus Ärzten, Sportwissenschaftlern, Psychologen, Pädagogen, Ökotrophologen, Ernährungsfachkräften etc. Da es sich um eine offene Gruppe handelt, kann diese Zusammensetzung auch variieren; Interessenten der Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter sind immer herzlich willkommen!

Eine enge Vernetzung mit Akteuren, die auf dem Gebiet der Adipositasprävention im Kindes- und Jugendalter tätig sind, ist – in Anlehnung an die formulierten Schwerpunkte des Präventionsgesetzes - zeitnah geplant.

Ein weiterer Tätigkeitsschwerpunkt der AG Prävention ist die ständige Überarbeitung der (S2)-Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft Adipositas im Kindes- und Jugendalter (AGA) zum Thema Adipositasprävention. Dies ist 2014 letztmals erfolgt, und die aktualisierte Leitlinie ist auf der Homepage der AGA abrufbar. In Zusammenarbeit mit weiteren Fachgesellschaften wurden konkrete Handlungsempfehlungen zur Adipositasprävention im Kindes- und Jugendalter erstellt, die ebenfalls auf dieser Homepage abrufbar sind.

Weitere Treffen im Laufe des Jahres sind geplant und dienen der Planung und konkreten Umsetzung der aktuellen Arbeitsschwerpunkte der AG.

Unsere Ziele

  • Plattform für Akteure, die im Bereich der Prävention von Adipositas im Kindes- und Jugendalter tätig sind

  • Identifikation präventiver good-practice-Modelle

  • Information und Verbreitung von good-practice-Modellen

  • Positionierung der AG zu einzelnen Themenfeldern der Prävention formulieren und Entscheidungsträgern (gezielt) zur Verfügung stellen

  • sinnvolle Verknüpfung von verhaltens- und verhältnispräventiven Maßnahmen

  • Förderung wissenschaftlicher Standards zur Überprüfung der Effektivität von Präventionsmaßnahmen

  • Ansprechpartner für interessierte Akteure/Wissenschaftler/Stakeholder, die im Bereich Adipositasprävention im Kindes- und Jugendalter tätig sind

  • ständige Aktualisierung der Leitlinien, einschließlich deren Veröffentlichung und Präsentationen auf DAG-Veranstaltungen

  • Dem Themenfeld „ÖGD / Gesundheitsförderung“ wird in der AG in Zukunft verstärkt Beachtung zukommen.

 

Unsere aktuellen Aktivitäten

  • Veröffentlichung der Kernbotschaften der überarbeiteten Leitlinien S2-Leitlinien der AGA zur Prävention auf der Homepage der AGA

  • Abgleich der entsprechenden Handlungsempfehlung seitens der AGA mit bestehenden Empfehlungen (z.B. die des ‚Netzwerkes junge Familie’ des aid)

  • Durchführung eines Symposiums der AG ‚Prävention‘ auf der DAG-Jahrestagung in Berlin 2015

  • Mitarbeit an den derzeitigen S2/S3 Leitlinien im Bereich Prävention Die AG Prävention steht allen im Bereich der Prävention der Adipositas im Kindes- und Jugendalter Interessierten offen. 


Weitere Informationen über die AG Prävention erhalten Sie hier:

Kontakt

PD Dr. med. Susann Blüher
Universitätsmedizin Leipzig
IFB AdipositasErkrankungen
Philipp-Rosenthal-Straße 27, Haus M
04103 Leipzig
Tel. 49 341/97-26310
Fax 49 341/97-26329
Mail susann.blueher@medizin.uni-leipzig.de 

Dr. sportwiss. Benjamin Koch
Zentrum für Adipositasschulung Bremen-Stadt
ZABS e.V.
Schwachhauser Heerstraße 50
D-28209 Bremen
Tel: 0421-16100862
Email: bko@zabs-bremen.de
Präventions-AG der AGA

 

Handlungsempfehlungen Prävention für AGA-Homepage

1.) Evidenzbasierte Empfehlungen zur Adipositas-Prävention: Ernährung

  • Schwangerschaft: übermäßige Gewichtszunahme vermeiden, ausgewogene Ernährung
  • Neugeborenen- und Säuglingsalter: ausschließlich Muttermilchernährung, empfohlene Stilldauer: 4 -6 Monate
  • Ab dem 1. Geburtstag: Mitessen am Familientisch, abwechslungsreiche Kost, reichlich (zuckerfreie) Getränke, reichlich pflanzliche Lebensmittel, mäßig tierische Produkte, sparsam Zucker und Süßigkeiten
    • Kleinkindalter: Zuckergehalt von Nahrung und Getränken als Hauptrisikofaktor, möglichst nur zuckerfreie Getränke anbieten
    • Kindergarten-, Vorschul- und Schulalter: abwechslungsreiche Kost wie ab dem 1. Geburtstag; hier besonders auf Portionsgrößen achten und Snacking (ungesunde Zwischenmahlzeiten) vermeiden
  1. Koletzko B, et al. Monatsschrift Kinderheilkunde 2013
  2. Libuda L, Kersting M. Curr Opin Clin Nutr Metab Care 2009
  3. BzgA (Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Hrsg.) Gesundheit konkret, 2010; www.bzga.de/botmed_60649130.html
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DGE-Qualitätsstandard für die Verpflegung in Tageseinrichtungen für Kinder. 4. Auflage. Bonn; 2013
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: DGE-Qualitätsstandard für die Schulverpflegung. 4. Auflage. Bonn; 2013

2.) Evidenzbasierte Empfehlungen zur Adipositas-Prävention: Körperliche Aktivität

  • Schwangerschaft: regelmäßige körperliche Bewegung reduziert Risiko für übermäßige Gewichtszunahme und Gestations-Diabetes
  • Vorschulalter:
    ~täglich mind. 60 min strukturierte körperliche Aktivität
    ~mind. 60 min unstrukturierte körperliche Aktivität
    ~nicht länger als 60 min am Stück körperl. Inaktivität (ausgenommen Schlafenszeit)
    ~Erlernen grundlegender motorischer Fähigkeiten
  • Schulalter- u. Jugendalter:
    ~tägliche Bewegungszeit mind. 90 min (mindestens 15min. Dauer- oder Intervallbelastung)
    ~täglichen Schrittzahlumfang von 12.000 anstreben
    ~Förderung von Alltagsaktivitäten (aktiver Schulweg)
  1. Graf C, et al. (2013) Expertenkonsens. Monatsschrift Kinderheilkunde 2013
  2. Tremblay MS et al., Applied physiology, nutrition, and metabolism 2012
  3. Skouteris H et al. Medical Journal of Australia 2012

3.) Evidenzbasierte Empfehlungen zur Adipositas-Prävention: Medienkonsum Expertenkonsens für Deutschland:

  • Fernseher im Kinderzimmer sollen vermieden werden.
  • Limitierung des Medienkonsums auf:
    ~ Kinder unter 3 Jahre: 0 min
    ~ bis 6 Jahre: maximal 30 min
    ~ bis 11 Jahre: maximal 60 min
    ~ ab 12 Jahren: maximal 120 min
  • Evidenz für Effektivität von Maßnahmen, die ausschließlich Reduktion der Medienzeit zum Inhalt haben, bisher gering
  1. Graf C, et al. (2013) Vorschläge zur Förderung der körperlichen Aktivität im Kindes- und Jugendalter in Deutschland – ein Expertenkonsens. Monatsschrift Kinderheilkunde 2013
  2. Wahi G et al. Effectiveness of interventions aimed at reducing screen time in children: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials. Arch Pediatr Adolesc Med. 2011

Weiterführende Empfehlungen (alphabetisch):

INFORMATIONEN

21.06.2013
Evidenzbasierte Leitlinie (S3)
Endokrinologische Nachsorge nach onkologischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter [mehr]

14.05.2013
Abstracts Service [mehr]

24.02.2012
Stellungnahme zu bariatrisch-chirurgischen Maßnahmen bei Jugendlichen mit extremer Adipositas [mehr]



BMI Rechner f�r Kinder und Jugendliche